Der erste neue Star in unserem Hause heißt Othello! Der Zweite ist Felix-Valentin

Othello, der schwarze Kerl hat schon einiges hinter sich. Er ist ein Findelkind aus dem Tierheim Olpe. Er und zwei Geschwisterchen wurden von Kindern im TH Olpe abgegeben. Doch im Tierheim blieb er nicht lange. Denn: In der Pflegestelle von Gisela wartete der kleine Valentin schon sehnsüchtig auf einen Kameraden zum Raufen. 

  Mira und Valentin genossen zunächst ja noch die alleinige Aufmerksamkeit von Pflegemama Gisela. Den hübschen Namen "Valentin" bekam der weiß-schwarze Stromer wegen seiner tollen Flecken: ein Schleifchen auf den Schultern und ein Herzchen am Köpfchen - wenn das kein Grund ist für einen solchen Namen.

Dann war es so weit: Valentin sollte aber unbedingt noch einen Spielkameraden haben. So zog ein kleines, schwarzes Kerlchen am 06. Juni 2008 bei Gisela und ihren Katzen ein. Katzenmutter Mira "was not amused" von dem Zusatzkind und weigerte sich zunächst standhaft, ihn als zweiten Sohn zu akzeptieren. Inzwischen war der Kurze gewogen und brachte 336 g auf die Waage. Einen Namen bekam er auch. Othello, weil so schön schwarz.

Nachdem Gisela dem kleinen Othello Butter aufs Haupt geschmiert hatte, hatte Mira ihn auch "zum lutschen" gern. Nur mit dem Trinken klappte es nicht. Am 08. Juni konnten wir mit vereinten Überredungskünsten das liebende Muttertier davon überzeugen, dass sie durchaus Milch für zwei muntere Knaben hat. Die Jungs genossen die mütterliche Milchquelle ausgiebigst.

 

Zusätzliches Nass- und Trockenfutter war die richtige Quelle für ungezügelte Abenteuerlust und ständigen Drang den Anderen nieder zu ringen.

Selbstverständlich führte mein Weg immer wieder zu Gisela und ihren Pflegekätzchen. Mit aller Macht tapste Valentin in mein Herz. Der kleine Kerl hatte es mir reichlich angetan und der Gedanke reifte heran, ihm bei uns ein neues zuhause zu geben. Das wird wohl nix, meinte Gisela. Denn Valentin, so meinte sie erkannt zu haben, zöge es in Richtung Freiheit und somit nach draußen. Freigang kann und will ich aber unseren Katzen nicht geben. Unser Garten ist nun mal leider nicht Katzensicher einzuzäunen und die Hauptverkehrsstraße liegt zu nahe. Schade, mein kleiner Valentin. Viele Tränchen sind seit Giselas Entscheidung in meine Kissen geflossen.

Reinhard ging natürlich auch mal mit zum Katzen spielen und Fotos machen. Der große Mann wurde bei dem kleinen Othello weich und ging in die Knie. Wie goldig. 

                                                       

Mit echter Verzückung sah man den kleinen Kater in der großen Hand seines zukünftigen Beschützers.

Denn: über seinen Kopf hinweg machten wir beiden Frauen klar, dass Reinhard wohl gerade mit seinem Geburtstagsgeschenk spielte. ---hihihi--- Er ahnte von nichts. Per Mail, Telefon und natürlich Besuchen haben Gisela und ich den Plan ausgeheckt, wann Othello in sein neues zuhause umziehen würde.

Und dann kam es doch anders mit der Überraschung: Mein Gewissen schlug. Eigentlich wollte Reinhard ja keine siebte Katze mehr haben. Sechs seien genug - meinte er. Also erzählte ich ihm lieber von meinen Geburtstags-Überraschungs-Plänen. Und siehe da: ER FREUTE SICH!!! Riesig sogar.

Nun stand dem Umzug in Othellos neues zuhause nichts mehr im Wege. Am Montag, 08. Juli 2008 war es dann soweit. Reinhard holte den Kleinen am Nachmittag ab. Ich blieb zuhause, weil ich "meinem" Valentin nicht mehr in die Augen gucken wollte. Der arme Junge musste nämlich ein paar Tage später ohne seine Mama wieder zurück ins Tierheim. (Mira wurde kastriert und von Gisela aus vermittelt.)

Tschüss, mein kleiner Valentin!

So kam Reinhard mit SEINEM Othello bei uns an. Gemeinsam fuhren wir zu unserem Tierarzt um ihn gründlich untersuchen zu lassen. In seinem Pelzchen hatten sich nämlich vor einiger Zeit Haarlinge eingenistet. Ob sie inzwischen alle verscheucht waren, wollte ich natürlich genau wissen. Der Befund: Katerchen putzmunter. Was will man mehr?

Doch was werden unsere anderen Katzen zu dem neuen Burschen sagen? Wie immer, mache ich mir ganz viele Gedanken, damit wir keine Fehler machen. Die natürlich doch passieren können.

So gab ich eine Woche vor dem Umzug die Transportbox schon mal bei Gisela ab. Othello sollte bei seinem Einzug in sein neues Heim den vertrauten Geruch um sich haben. Als ich die letzten Fotos von Valentin machte, nahm ich als Hintergrund eine Decke von uns mit. Die legte ich, nunmehr versehen mit dem Duft von Mira, Valentin und Othello, in unser Wohnzimmer. Zunächst war alles ganz ruhig. Dann stieg Benni der fremde Duft in die Nase. Er drehte völlig durch und fauchte alle Katzen gar grauslig an. Am meisten musste Ariane leiden. So wurde mal wieder tief in die Bachblüten, Schüssler Salze und homöopathischen Mittelchen gegriffen um den armen Tierchen zu helfen. Eine Blitzbestellung, Lieferung und Versprühung von Feli-Friend taten ihr übriges. Die große Geburtstagsfeier von Reinhard und Susi drohte zu platzen. Bei solchen Feiern werden unsere Katzen in den hinteren Räumen unserer Wohnung separiert, woran mit einem halb wahnsinnigen Kater nicht zu denken wäre. Bis zum Sonntag hatte sich Benni aber wieder einigermaßen auf ein normales Maß der Verrücktheit reduziert und die Feier konnte starten.

Wir sahen also dem Einzug von Othello mit großer Spannung entgegen. Nach seinem Arztbesuch, den er prima meisterte, wurde er in besagten hinteren Räumen aus der Box gelassen. In unserem Schlafzimmer standen sein Körbchen, Klöchen und auch Futter mit Wasser für ihn bereit. Alles wurde sehr dankend angenommen. Der erste, der ihn am gleichen Tag besuchen durfte, war Paul. Und der fand ihn soweit ganz gut.

  

Ich denke, dass Paul die Babykost des Neuen am aller tollsten findet. Denn kaum ist der Kleine satt, kommt Pauls großer Auftritt. Dann werden die Schüsselchen leer geputzt.

So nach und nach kam jeder mal vorbei. Moritz war der Bursche egal, Ariane und Karlo verhielten sich neutral. Paulinchen, von der wir erwartete hatten, dass sie sofort in ein munteres Spielchen mit Othello einsteigt, fauchte!!! Paul hingegen spielte und rannte mit dem Knirps um die Wette. Und Benni erfüllte alle Erwartungen: knurren, spucken, fauchen auf der ganzen Linie. Sogar strullern an nicht dafür vorgesehenen Stellen standen auf dem Programm. Da er sich allerdings wegen der "duften Decke" schon mal ausgepowert hatte, hielt es sich noch in erträglichen Grenzen.

Schon ab dem zweiten Tag läuft Othello mit den Großen durch die gesamte Wohnung und hat auch schon Frischluft auf dem Katzenbalkon geschnuppert. Inzwischen ist er drei mal gebadet worden, was er aber nicht so toll fand. Die toten Haarlings-Eier sind so gut wie weg, was dem Burschen sehr gut zu Gesichtchen steht. Acht Nächte hat er bei uns geschlafen. Dann war auch das vorbei. Der Schatz hatte eine ihm gefällige Schlafstatt gefunden. Nur sein Futter bekommt er noch separat von den Großen. Die würden ihn glatt überrennen.

Die Erziehung durch die Großen läuft hervorragend. Wenn das Bürschchen übermütig wird, wird er hurtig in seine Schranken verwiesen. Das lässt ihn doch sehr staunen. So ist der große Frieden in unserem Katzenhaushalt wieder hergestellt.

Nun kann Othello so groß und stark werden wie sein großer schwarzer Chef Moritz. Wir arbeiten dran. Sein Gewicht am gestrigen Abend (19.07.2008) waren stolze 1257 Gramm. Na bitte! Mach weiter so, kleiner Othello!

 

In den nächsten fast drei Wochen waren meine Gadanken immer wieder bei Valentin: wie mag es ihm wohl gehen im Heim? So ganz ohne seine Mama! Oder ist er vermittelt. So hübsch wie er ist, dürfte es doch wohl kein Problem sein! - O D E R    D O C H ? ? ? ? ? Eine mir nicht bekannte Unruhe war in mir. Seltsamstes Bauchgrimmen, wenn ich an "meinen" kleinen Valentin dachte. Immer wieder dachte ich: "Jetzt stell dich doch nicht so an - bist doch ERWACHSEN! Oder nicht?"

Am Sonntag, den 27.07.2008 konnte ich die Ungewissheit nicht mehr ertragen. Das Tierheim war an diesem Tag geöffnet. So schlug ich meinem Reinhard vor, dort hin zu fahren und uns nach Valntin zu erkundigen. Mit noch nie da gewesener Entschlossenheit packte mein gütiger Gatte eine Transportbox ins Auto. Er machte sich meinen Standardsatz zu Eigen: im Auto frisst er doch kein Brot und überwiegt auch nicht. - Nun gut. -

Wir fuhren also nach Olpe. Mein ganz ehrlicher Wunsch war, dass er bestens vermittelt ist. Gerne mit einem sicheren Freigang. Katzen fühlen sich draußen wohl. Das weiß ich ja auch. Nur, dass wir unseren Katzen keinen gesicherten Freigang bieten können. Das ist unendlich schade. Was aber, wenn er noch im Tierheim hockt??? Naja, das Körbchen war ja im Kofferraum.

Im Heim angekommen fragten wir nach Valentin. Ja, man erinnerte sich an ihn. Ob wir ihn wieder erkennen würden. NA KLAR! Welche Frage. Wir suchten in verschiedenen Räumen und fanden ihn nicht. Im Katzen-Kinderzimmer sah ich ihn auch nicht. Ganz traurig sagte ich: "Hier ist er auch nicht!" Plötzlich ein Mautzen aus einem in Augenhöhe stehenden Körbchen! Da kam er rausgeschossen direkt in meine Arme. Ich muss zugeben, dass ich eine Oskar reife Vorstellung geboten habe und schäme mich nicht deswegen. Heulen und Zittern und immer wieder Knuddeln und Streicheln. Alles auf einmal. Endlich hatte ich ihn wieder. Meinen Valentin. Und ich würde ihn nie wieder los lassen.

Wir durften ihn auch sofort mit nehmen. Noch nie sah ich Reinhard so schnell zum Auto marschieren und noch nie war er so entschlossen wie an diesem Tag: "Der bleibt keine Minute länger hier! Den nehmen wir sofort mit!" Und das haben wir auch so gemacht. An der Tür zum Katzenzimmer stand der kleine Kerl mit großen Kulleraugen und wartete ungeduldig auf uns. Katerchen schnappen, ab in die Kiste und los ging es. Auf der Heimfahrt sagte ich zu meinem kleinen neune Schatz, dass er ja wohl ein Glückskaterchen sei, dass wir ihn wieder gefunden hätten. Deshalb würde er ab sofort Felix heißen. So zu sagen: Felix, der Glückliche Herzensbrecher Valentin.

Später fragte ich Reinhard, weshalb er denn so schnell reagiert habe? "Als ich Euch Beide gesehen hatte, konnte ich nicht mehr anders. Euch kann man nicht mehr trennen!" Das sehe ich übrigens genauso!

Zuhause angekommen brachten wir die Transportbox ins Schlafzimmer und stellten ein Katzenklo dabei. Das ist immer das Erste, was ich den Neuankömmlingen zeige. Es ist eben besonders wichtig zu wissen, wo die sanitären Anlagen sind. Geht mir ja nicht anders. :o)

Dann brachten wir seinen Freund Othello zu ihm. Sofort ging die Rauferei wieder los. Der schwarze Krümel war klar überlegen. Obwohl er doch gerade erst von einem schlimmen Sturz einigermaßen genesen war, rang er den zwei Wochen älteren Freund einfach nieder. Aber am lautesten quietschen kann ganz klar Felix. Schon nach kurzer Zeit saußten beide Katzenkinder durch die ganze Wohnung. Alle Großen staunten; nur Benni regte sich mal wieder auf und brummte. Erwartungen erfüllt - wie immer.

Auch ich erfülle alle Erwartungen: überglücklich, die Beiden bei uns zu haben, fließen mal wieder die Tränen in Strömen.  

Am Montag stand dann der obligatorische Gang zum Tierazrt an. Es war, wie ich vermutet hatte, kein sehr schönes Ergebnis. Valentin hatte eine sehr stark über beanspruchte Kehrseite und schlimmen Durchfall in der Nacht. Seine Ohren sahen auch nicht gut aus. Da waren Untermieter drin: Milben und die reichlich! Er bekam alles, was man in diesem Fall braucht. Seit dem lebt er von Haferflocken mit Wasser und etwas Hüttenkäse. Sein Hunger ist grausig. Wir hoffen auf baldige Besserung. Morgen, am Freitag, 01.08.2008 ist wieder TA angesagt. Ich hoffe, dass ich ihm dann bald Hühnerbrust mit Reis geben kann. Sonst nagt er mir noch die Möbel an.

Fortsetzung folgt.... - und da isse schon: Freitag, 01.08.2008 - Othello ist geimpft. Er fand es nicht besonders gut. Aber die anwesenden Damen waren a) in der Überzahl und b) stärker. Da halfen alle bewaffneten Pfoten nichts. Der Pieks saß!

Die Milben in Felix' Ohren sind alle tot und müssen nur noch aus den Öhrchen entfernt werden. Mittels eines Ohrreinigers. Das ist zwar widerlich, aber wirkungsvoll. Der Rest geht dann per Wattestäbchen richtung Mülltonne. Sein Bäuchlein scheint besser zu werden, obwohl er noch etwas dick und hart ist. Der Kot wird fester. So sind wir auf dem besten Weg. Entwurmung muss noch mal erfolgen. Diesmal mit Paste, direkt ins Mäulchen. Das Kerlchen hat ja so einen Kohldampf, dass er alles nimmt, was kommt. So auch eben ein frisch gefangenes "Langbein". Es wurde neben mir am Schreibtisch verputzt. Erst die langen Beine, das Filetstück zuletzt. Felix fand's lecker - ich eher nicht. Habe allerdings auch nicht gekostet.....

Am Montag geht es dann wieder zum Doc zum nachgucken. Mal sehen, wie es dann weiter geht.

Da kann man sich ja nur noch schämen! Inzwischen ist es schon Freitag, 28.11.2008 - Übermorgen ist der erste Advent. Es ist noch nichts geschmückt. Alles dreht sich nur um die Katzen. ganz normal bei uns.

Krümel und Felix sind die absolute Freude für uns. Leider allerdings immer noch mit Durchfallbäuchlein. Seit einer Woche sind sie nun auch kastriert und gechipt. Unser Doc sagte sehr schön flapsig: "Jetzt machen wir die Murmeln ab und dann bekommen sie ihr Nummernschild." So geschah es auch. Gleichzeitig wurde Krümel noch geröntgt. Das Ergebnis: sein Darm ist entzündet, drum kann er keine ordentlichen Häufchen machen. Wir "doktern" also weiter und hoffen auf Besserung.

Beide Jungs sind ansonsten putzmunter. Krümelchen ist deutlich kleiner als Felix, macht den Größenuntershcied aber mit großem Selbstvertrauen wieder wett. Seine absolute Zuflucht ist der Arm seines Herrn und Meisters. Sobald Reinhard sich irgendwo nieder lässt, flitzt Krümel auf seinen Arm, steckt das Köpfchen in seine Armbeuge und tretelt, was das Zeug hält. Leider wächst Reinhard aber immer noch keine Zitze. So muss der arme kleine Kater ins Leere treteln.

Felix, mein schöner Schatz, treibt mir immer wieder die Tränen in die Augen. Er ist nicht ganz so anhänglich wie Krümel. Aber wenn er zu mir kommt, dann ist er aber auch ganz feste da. Dann drückt er sich an mich, schnurrt, stupst, schmust und kann sich gar nicht einkriegen vor Wohlbefinden. Seine wunderschönen hell grünen Augen gucken mich dann ganz fest an und ich weiß, dass wir zwei froh sind, dass wir uns haben. Dann denke ich manchmal: "Warum ließ ich ihn bloß durch die Tierheimzeit gehen?" Vielleicht wissen wir jetzt aber um so besser, das wir zusammen gehören. Es sollte wohl so sein.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass acht Katzen eine große Aufgabe sind. Will man allen Schätzen gerecht werden, muss man sich ganz schön anstrengen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man nur so viele Katzen haben sollte, wie Hände zum Streicheln da sind. Wir sind ja nur zu Zweit und können also vierhändig streicheln. Mit sechs Katzen kamen wir noch prima hin. Die zwei Kleinen mehr sind eine Herausforderung. Wir schaffen das aber. Nach anfänglichen Schwierigkeiten unter den Katzen ist es jetzt normal und ruhig geworden. Es wird kaum noch gefaucht oder geknurrt. Aber viel gespielt. Da rennt Karlo mit Felix um die Wette und rangelt mit ihm. Ariane flitzt mit Pauline durch die Wohnung. Moritz verteilt Köpfchen an Pauline und Krümel. Selbst der flotte Felix wird bedacht. Krümel fällt auch nicht mehr gleich um, wenn Moritz zärtlich wird. Sogar der knurrige Benni mischt schon mal mit. Beim Fressen herrscht aber absolute Einigkeit. Da gibt es keinen Streit, was ich sehr gut finde.

Fazit: wir würden es wieder machen. Was uns die beiden so jungen Katzen schon gegeben haben ist unglaublich. Gespannt sehen wir der Weihnachtszeit entgegen. Wie lang wird der Weihnachtsbaum geschmückt sein oder gar stehen???

Ich werde weiter zu berichten haben - irgendwann ...

 

 

 


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