Am 19.11.1956 wurde ich, Dorothea, mit einer großen Portion Tierliebe in Ferndorf geboren. Selbst eine erschlagene Fliege,

die mich zu deren Lebzeiten lange genervt hatte, verursachte große Gewissensbisse und (vergebliche) Wiederbelebungsversuche.

Kaum des Laufens fähig, entdeckte ich den Pferdestall in unserer Nachbarschaft. Hier standen dicke belgische Kaltblüter mit großen Füßen und herrlichen Behängen darüber! Zuerst waren es Lotte und Max und später Anni und Hektor. Sie waren klasse. Anni war  im Stall sehr lieb und auf Hektor konnte man sogar reiten. Ihnen gehörte meine ganze Liebe.

Nun sind belgische Kaltblüter zum Kuscheln (vor allem im Bett) weniger gut geeignet. So verteilte ich meine Zuneigung gleichmäßig auf die im Bauernhof außerdem noch lebenden Schweine,  

Kühe                     und Katzen.      

Zum Kuscheln blieben letztendlich "nur" die Katzen übrig. Und das war gut so. - In mein Bett durften sie dennoch nicht - Mutter hats verboten!

Vergeblich wünschte ich mir zu allen Geburtstagen und Weihnachtsfesten ein eigenes Tierchen - und wenn es "nur" ein Hamster wäre. - Wir bekamen einen Kanarienvogel. Nun denn - der Kuschelfaktor ließ zu wünschen übrig.

Aber draußen stromerten viele Kätzchen rum, die unbedingt meine Streicheleinheiten benötigten. Und die bekamen sie auch. Und nicht nur die: auch die Milch, (in der Milchkanne vom Bauern geholt) wanderte in heimlich aufgestellte Näpfchen, genau wie erbettelte Wurst- und Käsereste aus Geschäften der Nachbarschaft.

So fand manche Katze den Weg zu uns. Ganz viele Jahre lang war eine schwarze Katze mit weißem Lätzchen und weißen Pfötchen bei uns. Sie kam, wenn ich sie rief, begleitete mich zum Bus, wenn ich zur Arbeit fuhr und holte mich auch pünktlich wieder ab. Ihre zahlreichen Kinder machten die Nachbarschaft unsicher. Sie lagen in diversen Betten und verzehrten Geburtstagtorten, bevor die Gäste eintrafen. Aber immer nur bei anderen Leuten niemals bei uns. Ja, das war Muschi mit ihren vielen Kindern. Und irgendwann kam sie nicht mehr - sie war im Katzenhimmel.

Ich war inzwischen auch erwachsen und Mutter geworden. Die Sehnsucht nach eigenem Getier blieb.

So las ich einige Bücher und Artikel, welche Katzenrasse gut in der Wohnung zu halten wäre und entschied mich für ein kleines Persermädchen.

So zog Sheba, unser erstes Kätzchen, in unser Haus und Herz ein!

 

 


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