Orion – geb. ca. 10.07.2012 – adoptiert am 05.02.2013

 

Orions Geschichte fängt mit Alex an.

Alex wurde bei Facebook gezeigt. Ein wunderschöner, rot gestromter Kater mit halblangem Pelzchen. Das war im November 2012. Reinhard steckte in der Chemo. Es ging ihm noch nicht so richtig gut.. Dennoch verfolgte ich auf den Seiten der Katzenzuflucht, was aus Alex wohl werden würde. Eine Anfrage bei Antje Malsch ergab, dass er ein lieber Kerl ist, der ein Zuhause mit Gleichgesinnten sucht. Gerade richtig für Meiers in Ferndorf.

Es fanden sich keine passenden Adoptanten. Ich wurde immer unruhiger. Als es Reinhard im Januar 2013 besser ging, das Lyphom sicher weg war, wagte ich eine neue Anfrage. Alex wartete eigentlich nur auf uns und wir sagten zu. Spätestens am 3. Fenruar sollte er bei uns sein. Prima.

Dann kam die schockierende Nachricht, dass der arme Schatz ganz plötzlich an einem Herzfehler gestorben war. Ich war sehr traurig. Wir hatten ihn noch nicht bei uns und mussten ihn schon zum Regenbogen gehen lassen. (ausführlich auf der Regenbogenseite)

Am nächsten Tag entschied ich mich, dass der gebuchte Flug nicht einfach ohne einen Kater für uns abfliegen sollte. So kam Orion in unser Leben.

Er landete, wie verabredet am späten Abend des 03.02.2013 in Düsseldorf. Und es schneite – schneite, schneite . An eine Fahrt nach Düsseldorf war nicht zu denken. Eine liebe Tante von der Katzenzuflucht, Claudia Rieth, holte alle Kätzchen am Flugplatz ab, verteilte sie an die Adoptanten und nahm Rio mit zu sich, bzw. in die elterliche Wohnung. Da blieb er bis Dienstag, 05.02.2013 eingemietet und wurde mir als gaaaanz süßer Kerl beschrieben und schmackhaft gemacht. Toll – so nah und doch so fern.

Antje holte ihn dann am späten Nachmittag ab und Mani und ich fuhren am Abend mal wieder zu mc Doof und übernahmen ihn dort. (Reinhard lag derweil mit 8 gebrochenen Rippen im Krankenhaus Kredenbach) Am späten Abend waren wir hier. Und siehe da: er IST goldig, lieb, schmusig. Nicht ganz so wie Flummi, aber prima.

Mittwochs hat unser Doc OP-Tag – Aber Donnerstag, da wurde der Bursche vorgestellt. NATÜRLICH waren mal wieder Milben und Würmer im Spiel. Später stellten sich auch noch Bandwürmer ein. Ätzend. ALLE mussten mehrfach entwurmt werden. Was natürlich wieder mit Durchfällen einher ging. Kastriert wurde er auch noch.

Inzwischen ist der 06.04.2013 und alles ist wunderbar. Katzen gesund – was will man mehr?

Nun soll der Schöne aber selbst zu Wort kommen und seine Sicht der Dinge schildern:

 

Orions Reisebericht – 06.04.2013

 

Liebe Freunde, ich muss doch mal in den Compu diktieren, wie ich ein Doro-Kater wurde.

 

Vor ganz langer Zeit, es sind Monate oder gar Tage her, lebte ich mit unserer Mama und den Schwesterchen in einem anderen Land. In Spanien. Es war schön dort. Wir haben viel gespielt und Mama war immer für uns da. Wenn wir Hunger hatten, liefen wir zu ihr und sie gab uns warme Milch. Wie kuschelig lagen wir immer zusammen. Das war auf einmal vorbei. Mama lag still und kalt auf der Straße. Es gab keine Milch mehr. Unsere Bäuchlein blieben leer.

Da kamen Menschen zu uns und nahmen uns mit. Wir hatten viel Angst. Aber, sie gaben uns zu essen und zu trinken. Sie hielten uns warm und gaben uns ein Körbchen, wo wir beschützt schlafen konnten. Sie waren lieb zu uns.

Wohl behütet konnten wir groß werden. Natürlich mussten wir auch zu den Weißkitteln. Die waren ja zunächst auch ganz nett, gaben uns aber einen Piks in den Hintern. Später piksten sie uns sogar nochmal in den Hintern UND in die Schulter. Dort wäre jetzt ein Personalausweis! Tolle Sache – nur wusste keiner, was das ist.

                                                                           

Ein Schwesterchen nach dem Anderen bekam neue Menscheneltern. Sie waren aber auch wunderschön mit ihren blauen Augen. Nur ich blieb alleine in meinem Körbchen sitzen. Ich lernte auch andere Katzenmädels und-Jungs kennen. Auch den schönen Alex.

                                      

Der erzählte mir irgendwann, dass er auch bald ausziehen würde. Er sollte ein Doro-Kater werden. Was immer das ist. Seine eigenen Menschen sollte er bekommen. Er hatte sich so gefreut. Ganz plötzlich fiel er um und wurde sehr krank. Unsere Menschen packten ihn schnell in eine Transportbox und brachten ihn zu den Weißkitteln. Mit einer leeren Box kamen sie wieder und waren ganz traurig. Alex war zum Regenbogen abgereist und kam nicht mehr wieder.

Eine frohe Botschaft für mich kam dann ganz bald: jetzt sollte ICH ein Doro-Kater werden. Hurra – endlich eigene Menschen! Ein wenig Angst hatte ich schon. Meine Pflegemenschen erklärten mir alles:

In ein fremdes Land sollte es gehen, wo alle auch anders reden. Aber das ist doch kein Problem. Wenn man sich lieb hat, versteht man doch jede Sprache.

Nur – wie sollte ich dort hin kommen. Meine Pflegies erzählten mir, dass ich dort hin fliegen sollte!!! Ja, bin ich den eine Taube??? Nein, mit einem großen, silbernen Vogel sollte es durch die Lüfte gehen. In seinem BAUCH sollte ich reisen. HILFE! Da bekam ich es doch mit der Angst zu tun. Ich kannte doch nur zwei Sorten Vögel. Die kleinen die zwitscher, zwitscher und flatter-flatter machten – Katze kommt – Vogel ist weg. Und die großen Vögel. Die machten kreisch, kreisch und flapp flapp. Vogel kommt – Katze ist weg. Und so was soll gut sein?

Mal wieder wurde ich in eine Transportbox gepackt und zum Flugplatz gebracht. Ein paar andere Kameraden fuhren mit. Ein Flugplatz ist eine Art Nest für Riesenvögel. Gemeinsam wurden wir samt der Boxen in den Bauch der Flieger geschoben. Es gab eine riesigen Krach, uns wurde komisch im Bäuchlein aber dann war es nur noch ein Summen und Brummen. Wir schliefen einfach ein. Wach wurden wir erst, als wir in einem andern Riesenvogel-Nest angekommen waren. Es war schon Deutschland. Iiih, war das kalt hier. Aber wir wurden alle von ganz lieben Menschen empfangen und ein Korb nach dem anderen wurde mit den Kameraden weg getragen. Ich kam zu Claudia. In einer ganz warmen kuscheligen Wohnung bekam ich zu essen, zu trinken und einen warmen Schlafplatz. Sogar ein Klo war da. Wie wichtig – nach der langen Reise. Ich konnte mir die Beine vertreten und alles erkunden. Claudia spielte mit mir und streichelte mich. Ich musste keine Angst mehr haben. Aber bei ihr sollte ich immer noch nicht bleiben. Als es schon fast schön war, kam eine andere Menschin und packte mich wieder in eine Box. Wie ich die Dinger hasse. Mit zwei Kameraden fuhren wir weg von Claudia, Ich glaube, sie war traurig, dass ich ging. Aber nun sollte es in mein richtiges Zuhause gehen, zu Doro und Reinhard mit den anderen sieben Kameraden. So viele auf einmal. Ob die mich überhaupt mögen werden. Eigentlich wäre ich doch lieber bei Claudi geblieben. Die kannte ich doch schon. Während der ganzen Fahrt habe ich Antje mein Leid laut und deutlich geklagt. Sie hatte aber kein Erbarmen.

Ich wusste ja nicht, wo es hin ging. Es war schon dunkel. Dann wurde ich in eine andere Box gepackt und sah zum ersten mal meine neue Dosine. - Hm, ganz nett aber ungewohnt. Man wird sehen. Ein Mann war auch dabei. Der kümmerte sich während der weiteren Reise ganz lieb um mich. Da brauchte ich auch gar nicht mehr weinen. Ich wurde ruhiger und wusste, dass nun alles gut wurde.

Dann sagten die Beiden: „So, kleiner Schatz, nun sind wir zuhause.“ Endlich durfte ich aus der doofen Kiste steigen. Ich stand mitten in einem Riesenkörbchen, was die beiden „Bett“ nannten. Manfred, so heißt der große Mann, war ganz hin und weg von mir und legte sich gleich zu mir.

Der sieht übrigens lustig aus: überall Fell – nur am Kopf nicht!

Doro (aha – daher der Name Doro-Kater) kam mit einem Ding aus dem helle Blitze kamen. Hat mich nicht weiter interessiert. Essen, trinken und Klo waren vorhanden und Hände die mich streicheln. DAS sind die wichtigen Dinge des Katerlebens. Was interessiert da eine Blitzmaschine. Inzwischen weiß ich aber, dass das ein wichtiges Gerät der Menschen ist, wo man FOTOS mit macht. Die gucken sich die Menschen dann an und sagen: „Ach, wie süß!“ - Den ersten Kumpel konnte ich auch schon begrüßen. Flummi sagte mir kurz guten Abend und verschwand wieder.

Fast die ganze Nacht habe ich auf der Heizung geschlafen und meinen kleinen Hintern gewärmt. Dann konnte ich nicht mehr widerstehen und bin zu Doro ins Bett gekrabbelt. Das war ja noch schöner als die harte Heizung. Warm und weich, fast wie bei Mama.

Als es heller wurde, bin ich dann auf Tour gegangen. Irgendwo mussten ja die neuen Kumpels sein. Gehört hatte ich ja schon was. Doro erklärte mir, dass wir alle erst mal frühstücken sollten. Mit vollem Bäuchlein streitet es sich nicht so gut.

Und dann ging es los.

Zuerst erschien wieder Flummi. Ich glaube, der hatte Angst, dass ich ihm Doro abnehme. Aber die ist so groß, die kann man teilen!

Als nächstes kam was ganz Lustiges um die Ecke. Was habe ich gelacht: eine weiße Fledermaus auf Beinen. Eigentlich kenne ich die nur mit Flügeln an der Decke hängen. Aber das Ding lief auf vier Beinen, hatte riesige Ohren und dann fauchte es auch noch. Als ich mich beruhigt hatte, stellte sich raus, dass es Benni, der Siamkater der Familie ist. Der eingebildete Kerl meint, dass ihm alles alleine gehört. Inzwischen haben wir ihm das ausgetrieben. Vereint sind wir stark. Benni hat sich bald beruhigt. Karlo guckte mal um die Ecke, Felix bekam Panik. Ist der doof – doppelt so groß wie ich und dann weglaufen. Unglaublich. Ariane bekam mütterliche Gefühle und Krümel wollte raufen. Aber dann kam eine absolute Schönheit um die Ecke:

Pauline!

Zart, braun wie ein Rehlein, weiß wie Schnee und schwarz wie die Nacht. Das alles auf einem sehr hübschen Pelzchen verteilt und mit dunkelblauen Augen verziert. Ich war entzückt und irgendwie machte mein Herz einen Hüpfer. Nicht lange – die dumme Nuss zeigte sich von übelster Seite. Fauchte, kratzte und spuckte. Eine Kampflady hatte ich mir angelacht. Ach, was war das aufregend. Inzwischen habe ich sie aber auch um die Krällchen gewickelt. Mit meinem Charme! Bin ich doch schließlich ein Spanier.

Jetzt sind wir ALLE gute Freunde.

Fledermaus-Benni kann immer noch nicht fliegen, Pauline, die bunte Schönheit, ist sehr lieb, Karlo meint er wäre Kindergärtner und spielt mit mir.

                                           

Flummi und Krümel balgen mit mir und stellen die Bude auf den Kopf. Doro sagt dann „die grausigen Drei“ zu uns. Felix macht auch schon mal mit – dann sind wir noch grausiger. Hihi! Die liebe Ariane erinnert mich an meine Mama. Wenn ich gaaaanz kuschelig bin, krabbel ich zu ihr. Sie schnurrt mir dann Geschichten ins Ohr.

Reinhard ist jetzt auch bei uns. Er war lange bei den Weißkitteln zum gesund werden. Ihm gehören Doro, Krümel und ein halbes Bett. Da dürfen wir aber auch rein. Reinhard ist total klasse, weil er brummen kann wie ein großer Bär. Krümel hat das besonders gern.

Dann wird ihm immer so!                                                          

Natürlich war ich nicht alleine gekommen. Die Ohren juckten und der Bauch grollte. Milben und Bandwurm tobten im Inneren. Die sind alle weg. Doro und die Weißkittel haben das geschafft. Kastriert bin ich auch. Jetzt bin ich wie die anderen: der perfekte Doro-Kater!

Ich bin richtig froh, dass ich jetzt hier bin. Es ist immer was los, alle sind lieb, das Essen ist perfekt und einen Katzenbalkon gibt es auch. Wir liegen wunderbar in der Sonne und fangen Fliegen. Spitze! Jetzt muss ich mich tummeln, die Kumpels warten...

Liebe Grüße von Eurem Rio – früher Orion


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